TSE/BSE-Erklärung: Die Leitlinie EMA/410/01 Rev. 3 der EG behandelt die Anforderungen an Rohstoffe für Human- und Tierarzneimittel. Das Dokument führt die Risikobewertung in den Zulassungsprozess für Produkte ein, die von TSE/BSE-relevanten Tierarten stammen.
Wir bestätigen, dass dieses Produkt ohne Verwendung von Rohstoffen tierischen oder menschlichen Ursprungs hergestellt wird. IPTG ist pflanzlichen Ursprungs und wird durch Fermentation gewonnen. Während der Verarbeitung kommt das Produkt nicht mit tierischen Materialien in Berührung. Daher fällt das Produkt nicht unter die oben genannte Richtlinie und ist nicht von der TSE/BSE-Problematik betroffen. Sämtliche Verpackungsmaterialien sind nicht tierischen Ursprungs. Das Produkt kommt während der Lagerung und des Transports nicht mit tierischen Produkten in Berührung. Je nach Menge verwenden wir entweder PE-Flaschen mit Originaldeckel, PE-Dosen mit Originaldeckel und PE-Beuteln im Inneren oder Kartons mit PE-Beuteln im Inneren.
Dieser Artikel ist kein Gefahrstoff und enthält keine gefährlichen Bestandteile oder Stoffe mit gemeinschaftlichen europäischen Arbeitsplatzgrenzwerten oder besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) oberhalb ihrer jeweiligen gesetzlichen Nenngrenzen. Es ist folglich nach der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) kein Sicherheitsdatenblatt notwendig und in diesem Fall auch nicht verfügbar.
Isopropyl-?-D-thiogalactopyranosid, kurz IPTG, ist ein künstlicher, nicht metabolisierbarer Induktor des lac-Operons1 von E. coli. IPTG bewirkt das Ablösen des lac-Repressors vom Operator und ermöglicht so die Transkription der Gene im lac-Operon. Zu diesen Genen gehört das lacZ-Gen, welches für die ß-Galactosidase2 codiert und das wahrscheinlich meistverwendete Reportergen in der molekularbiologischen Forschung ist. Die Aufnahme von IPTG in die E. coli - Zellen erfolgt über verschiedene Transportwege und hängt nicht (alleine) von der ß-Galactosid-Permease (lacY) ab.
IPTG ist sowohl in Wasser, als auch in organischen Lösungsmitteln wie Ethanol (20 mg/ml), Methanol, DMSO und DMF löslich. Für molekularbiologische Anwendungen sollte die Stammlösung in Wasser hergestellt werden, um mögliche physiologische Auswirkungen der Lösemittel auf die Zellen zu vermeiden.
Anwendungsbereiche: Da IPTG die Hemmwirkung des lac-Repressors aufhebt, wird es zur gezielten Induktion (also zum gezielten „An“-Schalten) der Transkription von Genen genutzt, die sich unter Kontrolle des lac-Promotors befinden. Dabei handelt es sich häufig um Genprodukte, die aus dem eigentlichen Zielgen und der ß-Galactosidase (als Reporter) zusammengesetzt sind. E. coli - Klone, die das Konstrukt besitzen (egal ob Genom- oder Plasmid-codiert), lassen sich mittels Blau/Weiß-Screening (Verwendung von X-Gal als Substrat) einfach selektieren. Die Aktivität der ß-Galactosidase kann in einem Enzymassay (mit ONPG als Substrat) quantifiziert werden. Stammlösung: 0,1 M (23,8 mg/ml) in Wasser, sterilfiltriert ......Arbeitskonzentration: 0,1 - 1 mM
Lagerung: IPTG ist als Feststoff sehr stabil, auch bei Raumtemperatur. Für Langzeitlagerung empfehlen wir dennoch eine Temperatur von -20°C. IPTG-Stammlösungen sollten in Aliquots bei -20°C gelagert werden, um wiederholte Einfrier-Auftau-Zyklen zu vermeiden.
1 Das lac-Operon codiert für die Gene, die das Bakterium für die Aufnahme und den Abbau von Lactose benötigt. Natürlicherweise wird die Transkription der lac-Gene durch das Lactose-Isomer Allolactose induziert. IPTG bindet wie Allolactose an den Lac-Repressor und setzt so den tetrameren Repressor vom Lac-Operator frei. Im Gegensatz zu Allolactose kann IPTG von den Zellen nicht verstoffwechselt werden, was bewirkt, dass die IPTG-Konzentration in der Zelle konstant gehalten wird.
Bei der ß-Galactosidase handelt es sich um eine Hydrolase. Sie spaltet Lactose in Galactose und Glucose und wandelt außerdem Lactose in Allolactose um. Da die ß-Galactosidase auch künstliche Substanzen wie ONPG und X-Gal in farbige Endprodukte spalten kann, wird das lacZ-Gen in der Molekularbiologie sehr oft als Reportergen eingesetzt.